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Notfallversorgung braucht neue, gemeinsame Ideen ohne Tabus

Mainz.  Für ein Flächenland wie Rheinland-Pfalz ist Krankenhausplanung immer eine besondere Herausforderung: Denn die Versorgung in Ballungszentren muss genauso gewährleistet sein wie in ländlichen Regionen.


Im nächsten Jahr wird das Land wieder den Krankenhausplan neu auflegen, die Vorbereitungen hierzu laufen.

 

Ein weiteres Thema in der Versorgungslandschaft ist die Notfallversorgung. Auch die rheinland-pfälzischen Notfallambulanzen sind total überlastet, obwohl es in Rheinland-Pfalz einen von der Kassenärztlichen Vereinigung sehr gut organisierten flächendeckenden ärztlichen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr gibt.

 

Über die Auswirkungen diskutieren Ärzte, Pflegekräfte und Klinikdirektoren auf der gemeinsamen Fachtagung „Krankenhaus: Regionaler Notfall oder regional gut versorgt?“ in Mainz. Die Tagung ist eine gemeinsame landesweite Veranstaltung des Bundesverbandes Pflegemanagements, des Verbands der Krankenhausdirektoren und der Landesärztekammer, die dieses Jahr bereits zum neunzehnten Mal stattfindet.

 

„Immer mehr Patienten, die sich in den Notfallambulanzen melden, gehören dort aus medizinischer Sicht gar nicht hin, sondern wären gut versorgt über den ärztlichen Bereitschaftsdienst“, erklärt Landesärztekammer-Präsident Dr. Günther Matheis. „Dieses Anspruchsdenken und -verhalten vieler Patienten – sozusagen in Flatrate-Manier alles in kürzester Zeit in Anspruch nehmen zu wollen –, ist eine Unsitte. Genau diese Menschen verstopfen die Notfallambulanzen und nehmen den wirklichen Notfällen Versorgungszeit weg“, fügt der Kammer-Präsident hinzu. Erforderlich sei daher in den Notfallambulanzen eine wirkliche Filterung der Patientenfälle, damit tatsächliche Notfälle dort versorgt werden und nicht-dringliche Fälle im Bereitschaftsdienst oder beim Hausarzt behandelt werden können.

 

Die Krankenhäuser übernehmen einen großen Anteil an der ambulanten Notfallversorgung, werden hierfür aber nur unzureichend vergütet. „Wir hoffen, dass die Finanzierung der ambulanten Notfallversorgung in der kommenden Legislaturperiode nochmals auf den Prüfstand gestellt wird“, erklärt Peter Förster, Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz/Saarland des Verbandes der Krankenhausdirektoren und Geschäftsführer der Westpfalz-Klinikum GmbH mit Sitz in Kaiserslautern.

Mit Spannung erwarten die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz zudem den neuen Landeskrankenhausplan. Interessant werde es sein, wie es dem Ministerium gelingen werde, neben den errechneten Bedarfen auch Qualitätsaspekte verstärkt in die Planungsentscheidungen mit einfließen zu lassen. Förster: „Wir begrüßen ausdrücklich, dass das Ministerium die sogenannten planungsrelevanten Qualitätsindikatoren, die auf Bundesebene vom G-BA beschlossen werden, nicht automatisch, sondern erst nach einem transparenten Beratungsprozess in Rheinland-Pfalz übernehmen will.“

 

Die immer mehr zunehmenden kritischen Bedingungen wie Fachkräftemangel, mangelnde Ausfinanzierung der Notfallleistungen, bürokratische Hürden und eine zunehmend herausfordernde Notfallversorgung in der Fläche machen eine deutlich intensivere Zusammenarbeit von Ärzten und Pflegefachkräften auch sektorenübergreifend erforderlich. „Hier müssen zukünftig und gemeinsam Lösungen ohne Tabugrenzen überdacht werden“, fügt Dr. Markus Mai, Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz im Bundesverband Pflegemanagement, hinzu.



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Copyright © 2017 Bezirksärztekammer Rheinhessen. Letzte Aktualisierung: 05.08.2015
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